ÖABBV-IFBB/AUSTRIA

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Präsident: Mag. Axel Bauer

Strohgasse 16/10   A-1030 Wien
Telefon +43 (1) 710 54 99, Telefax +43 (1) 710 54 99-9
E-mail: axel.bauer@chello.at

Angeschlossen an:
International Federation of Bodybuilders (IFBB), GAISF, UNESCO und UIA


An alle Athletinnen und Athleten,
Funktionäre und Verbandspersonen
des ÖABBV-IFBB / Austria


 

Nach Abschluss der Wettkampfsaison 2002 kann aus sportlicher Sicht eine durchaus erfreuliche Bilanz gezogen werden: Bei allen internationalen Großveranstaltungen (IFBB-Amateurbewerbe) haben sich dopingfreie österreichische Athletinnen und Athleten teilweise im vordersten Feld behaupten könne. 
Bei der WM der Frauen in Brno/Tschechische Republik verfehlten Monika Volb und Gabriel Mayer nur knapp eine Finalplatzierung, bei der WM der Männer in Kairo/Ägypten schaffte Peter Mohr den Sprung in Semifinale (bei 42 Teilnehmern!!!) und bei der Junioren und Senioren-WM in Espinho/Portugal erzielte Erwin Rucker den 6. und Lukas Lenhart den 7. Platz. 

Wie hoch die Leistungen unserer dopingfreien Athletinnen und Athleten einzuschätzen sind sieht man nicht zuletzt daran, zu welch nachhaltigen Korrekturen der Wettkampfergebnisse die Ergebnisse der Anti-Doping-Kontrollen geführt haben. Bei der WM der Männer wurden in 3 Klassen sämtliche ursprüngliche Medaillengewinner wegen Dopings disqualifiziert. Die Ergebnisse der Antidopingkontrollen bei der WM der Junioren und Senioren stehen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Rundschreibens noch aus. 
Über die Wettkämpfe der Herbstsaison 2002 wird im Folgenden Bilanz gezogen.


I. INTERNATIONALER AUSTRIA CUP 2002 12.10.2002/WIEN:

Das Haus der Begegnung in Wien Donaustadt war Austragungsort des wie im Vorjahr von der Wiener Athletenschmiede, dem Fitnessstudio Top-Gym, organisierten Austria Cup, an dem 45 Athletinnen und Athleten – dies ist gegenüber den Vorjahren ein Teilnehmerrekord – teilgenommen haben. 
Die Veranstaltung war sowohl bei der Vorwahl, als auch beim Finale ausverkauft, teilweise zeigten die Athletinnen und Athleten ein extrem hohes Leistungsniveau, andererseits mußte man aber auch feststellen, daß sich Athleten mit weniger gutem Leistungsniveau am Wettkampf beteiligt haben, da in den letzten Jahren die Leistungsdichte zurückgegangen war. 

In der Klasse Junioren bis 70 kg zeigte der erst 18 jährige irakische Asylwerber, Hajar Hamalaw, über dessen sportliche Erfolge vor einigen Monaten im Fernsehen berichtet wurde, wiederum eine sehr starke Leistung und konnte seinen Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen. 

In der Klasse Junioren über 80 kg konnte sich völlig überraschend der Niederösterreicher Lukas Lenhart, er kommt aus Gänserndorf und absolviert derzeit eine Ausbildung zum Gendarmeriebeamten, gegen den favorisierten Wiener, Erwin Rucker, mit besserer Definition jedoch geringerer Muskelmasse durchsetzen. Beide Athleten sind außergewöhnlich talentiert, Rucker verfügt über eine für seine Altersklasse und Körpergröße (187 cm) geradezu gigantische Muskelmasse und hätte keinerlei Probleme sich auch in der allgemeinen Klasse der Männer in Szene zu setzen, bei diesem Wettkampf fehlte es aber ganz eindeutig an der Definition, wobei aber seine Vorbereitung ganz auf die WM der Junioren zugeschnitten war. Der Drittplatzierte, Dominik Moser, erzielte den 3. Platz. 

In der Damen-Fitness-Figur-Klasse setzt sich die in Österreich lebende Ungarin, Veronika Aranyos, die über einen sehr harmonischen, definierten aber doch sehr femininen Körper verfügt mit einer exzellenten Bühnenpräsentation und dynamischen Kür gegen die ebenfalls talentierte Tirolerin, Daniela Schreier durch. Den 3. Platz belegte die bildhübsche Julia Hochmayer, welche muskulär noch an sich arbeiten muß, wenn sie in der Zukunft einen Spitzenplatz erzielen will. 

In der Damen-Fitness-Klasse bis 160 cm siegte die Ungarin Edina Hirkar, sie hat bereits im Vorjahr beim Austria Cup teilgenommen und zeigte erneut eine beeindruckende von tänzerischen und gymnastischen Elementen dominierte Kür. In der Damen-Fitness-Klasse über 160 cm konnte sich die Wienerin Ann-Kathrin Stärk, die sich gemeinsam mit Peter Mohr auf diesen Wettkampf intensiv vorbereitet hatte, eine ganz hervorragende Leistung. Ausgestattet mit perfekten genetischen Voraussetzungen – breite Schultern, V-förmiger Rücken, schmale Taille, schlanke Hüften, schöne Muskelform – zeigte sie in diesem Klassefeld eine phänomenale Leistung. Sie verfügt über das nötige Talent auch international in das Spitzenfeld vorzudringen, das in den letzten Jahren von ost-europäischen Athletinnen beherrscht wird. 
Zwar zeigte sie auch eine gut choreographierte Kür, doch wäre es ihr zu empfehlen beim nächsten Start in die Body-Fitness-Klasse zu wechseln, da die internationalen Anforderungen an die Kür derart hoch sind, daß man ohne gymnastisch-akrobatisch-tänzerische Ausbildung dort praktisch keine Chance auf einen Finalplatz hat. Ann-Kathrin belegte den hervorragenden 3. Platz und wurde nur von der Ungarin Monika Szekely (diese belegte bei der WM den 6. Platz) und Katarzyna Kaliszewska (diese belegte bei der WM den 2. Platz) geschlagen. Der 4. Platz ging an die Ungarin Miskö Aned. Gaststarauftrittformat hatten die Küren der beiden WM Finalistinnen Kaliszewska und Szekely. 

In der Damen-Bodybuilding-Klasse bis 57 kg gewann die renommierte oberösterreichische Athletin Monika Volb souverän gegen die Tirolerin Christine Müssigang, in der Klasse über 57 kg setzte sich die Wienerin Gabriele Mayer gegen die Tirolerin Silvia Ratkowits durch. Den Gesamtsieg der Damen erzielte Monika Volb, welche sich mit besserer Definition gegen die „Iron Lioness“, die an einer Verkühlung litt, behauptete. 

In der Herren-Body-Fitness-Klasse gewann der Oberösterreicher Mag. Aleksandar Ilic mit harmonischer, definierte Körperentwicklung und einem sehr guten Posing souverän gegen Clemens Moser aus Tirol. Die Plätze 3 und 4 belegten Bertl Pingera aus Oberösterreich und sein Landsmann Thomas Gruber. 

In der Herrn-Fitness-Klasse über 175 cm riss der Linzer, Johann Plazer, die Zuschauer mit seiner sensationellen Kür und seiner perfekten Körperentwicklung zu Begeisterungsstürmen hin. Zweifellos hat dieser Mann auch international in der neu eingeführten Männer-Fitness-Klasse eine gute Chance auf einen Finalplatz. Den 2. Platz belegte Christian-Dieter Seidl mit einer von Martial Arts dominierten Kür. In der Seniorenklasse der Männer (40 – 49 Jahre) zeigte der Salzburger Johannes Wieland mit perfekter Harmonie und Definition eine WM-würdige Leistung. Der zweite Platz ging an den Niederösterreicher Harald Müller vor dem Tiroler Thomas Katschnig. In der Seniorenklasse über 50 kg gewann Rainer Mayer den Titel. 

In der Klasse Männer bis 70 kg setzte sich der Portugiese Arnoldo Palma – trotz Bitch-Tits und verbotener Pose – gegen den Niederösterreicher Ernst Sommer durch. In der Klasse Männer bis 75 kg siegte Martin Gassner mit respektablem Punkteabstand vor Andreas Hofinger und Joszef Attila. 

In der Klasse Männer bis 80 kg beeindruckte der Wiener Peter Mohr mit seinem massigen und definierten Körper und zeigte ein ausgefeiltes, dynamisches Posing zur Musik von „Men in Black II“. Durch seine Leistung waren die übrigen Athleten dieser Klasse trotz teilweise sehr guter Form zu Statisten degradiert. Besonderes Pech hatte der Wiener Mohammad Ali Mohammadi, welcher sich bei seinem Posing bei der Vorwahl den Knöchel verstauchte, sodaß er erheblich gehandikapt in das Finale einzog, wo er den 3. Platz belegte. Den zweiten Platz belegte der sehr ästethische Josef Schmiedt. 

In der Klasse Männer bis 90 kg sah sich der Vorjahressieger, Homan Saniei unerwartet starker Konkurrenz gegenüber und belegte den für ihn sehr enttäuschenden 4. Platz. Sehr massig und definiert mit unglaublichen Oberarmen präsentierte sich der Niederösterreicher Markus Höller, der während des Wettkampfes die Konkurrenz sicher im Griff zu haben schien. Doch der Wiener Roman Kronberger, ausgebildeter Charge der Wiener Berufsfeuerwehr, überzeugte die Kampfrichter mit seinem harmonischen Körper und seiner dynamischen Präsentation. Kronberger präsentierte sich in einer gegenüber dem Frühjahr verbesserten Form, im Definitionsbereich kann er sich aber sicher noch deutlich steigern. 

Enttäuschend besetzt war für viele zweifellos das Schwergewicht. Lediglich 3 Teilnehmer waren am Start. Dem Routinier Christian Pickelmann aus Tirol war der Sieg nicht zu nehmen, er war in allen Belangen der klar beste Athlet. Beim Zweitplatzierten, Christian Kaufmann, wunderte man sich über Rundungen an den Oberarmen, welche in keinem Anatomiebuch als Muskeln bekannt sind. Der Drittplatzierte, Christian Höbinger, verfügt zwar über eine ästhetischen, harmonischen Körperbau, benötigt aber sicher noch einige Jahre Training um international ins Spitzenfeld vorstoßen zu können. Den Gesamtsieg sicherte sich in souveräner Manier der Wiener Peter Mohr, der sich auch gemeinsam mit Roman Kronberger für die WM qualifizierte. Leider konnte Kronberger an der WM krankheitsbedingt trotz bestandenem Antidopingtest nicht teilnehmen. 

II. WM DER DAMEN UND FITNESS BRNO/TSCHECHISCHE REPUBLIK 05.-06.10.2002:

Das österreichische Nationalteam bestehend aus den Athletinnen Monika Volb (Oberösterreich), Gabriele Mayer (Wien) und Silvia Ratkovits (Tirol) und den Funktionären Mag. Axel Bauer und Kazimir Glaser
fand im Boby-Centrum, dem Austragungsort der WM der Damen und Fitness 2002, ideale Wettkampfbedingungen vor. Hotel, Veranstaltungshalle und Shoppingcenter waren in einem Gebäudekomplex integriert. Dies ersparte den Athletinnen die bei anderen Veranstaltungen auftretenden Probleme mit anstrengenden Transfers vom Hotel zur Wettkampfstätte und zurück.
 
Garant für perfekte Wettkampforganisation war zu dem der Präsident des tschechischen Bodybuildingverbandes, Stanislav Pesat. Bereichert wurde die Veranstaltung zusätzlich durch die Anwesenheit der regierenden Ms. Olympia, Juliette Bergmann, welche mit unseren Athletinnen bereitwillig für Fotos posierte. 
Besonders Pech bei ihrer Wettkampfvorbereitung hatte unsere Gabriele Mayer: Sie litt die ganze Woche hindurch an einer schweren Verkühlung und konnte nicht entwässern, sodaß sie zwar ihre gewohnten Stärken (großartige Harmonie und Proportionen, winzig Taille und elegantes Auftreten) ausspielen konnte, ihre Definition aber hinter den Erwartungen zurückfiel und sich gegenüber der Qualifikation verschlechterte. 

Zu dem hatte sie das Pech, daß sie im Line-up neben einer Riesin stand, welche ihr ständig Ellenbogenstöße versetzte. Gabis Qualitäten sind bei internationalen Pressefotografen (insbesondere bei Steve Wennerstrom – Flex – Magazine) anerkannt und war die internationale Bodybuilding-Presse von unseren Athletinnen vollauf begeistert, auch wenn sich keine unserer Athletinnen für das Finale qualifizieren konnte. Monika Volb wurde von den Kampfrichtern wohl etwas übersehen, da sie die kleinste Athletin des gesamten Feldes war und sich erstmals der Konkurrenz in der Damen-Mittelgewichts-Klasse stellte. 

Dessen ungeachtet zeigte Monika eine sehr solide Leistung und erzielte den 7. Platz sehr unglücklich war der 8. Platz von Gabi Mayer, geradezu unverständlich, wenn man bedenkt, daß etwa die wie eine Trans-Gender-Person aussehende Aurelia Grozanova einen Finalplatz erzielen konnte. 

Leider chancenlos war unsere Silvia Ratkovits, welche den Einzug in das Semifinale verpasste. 
Vielleicht klappt es beim nächsten Mal mit besserer Definition. Bestens bewährt hat sich die Einführung der so genannten Body-Fitness-Klasse, einem Bewerb, wo sich die Athletinnen nur im Bikini bzw. Badeanzug präsentieren und keine Kür absolvieren müssen. In diesen beiden Klassen fand man besonders viele hübsche junge Frauen, teilweise konnte man sehen, daß diese Athletinnen aus dem Bodybuilding-Bereich kamen und abtrainiert hatten. 

Als gelungen kann auch das Experiment der Männer-Fitness-Klasse betrachtet werden. Genauere Richtlinien werden hier aber festgelegt werden müssen um zu verhindern, daß zu muskulöse Athleten startberechtigt sind, sodaß kein Unterschied mehr zu den Bodybuilding-Klassen erkennbar ist. Von den 7 Teilnehmern der Männer-Fitness-Klasse sahen 6 wie Bodybuilder aus und nur einer wie ein echter Fitnesssportler. 
Nach der Body-Maß-Index-Formel (Körpergröße in cm – 100 = maximales Wettkampfgewicht) wären nur 2 der Teilnehmer der Männer-Fitness-Klasse startberechtigt gewesen. Besonders erfreulich bei diesem Wettkampf war auch die Tatsache, daß es keinen einzigen positiven Dopingtest gab.

III. WM DER MÄNNER KAIRO/ÄGYPTEN 24.-28.10.2002:

Mit einer Verspätung von mehr als 10 Stunden kam das österreichische Nationalteam bestehend aus dem Athleten Peter Mohr (bis 90 kg) und Mag. Axel Bauer in Kairo um 4 Uhr Morgens an. 
Am nächsten Tag in der Früh begann dann schon die vom Organisator vorgesehene sight-seeing-Tour, an der zahlreiche Athleten und Delegierte teilnahmen. Auf der Tagesordnung standen das ägyptische Nationalmuseum, die Pyramiden von Gize sowie die weltberühmte Sphinx. Ein Besuch des Bazars mußte wegen rebellisch gewordener Athleten und Betreuer, die die Einnahme des Mittagessens vehement einforderten, entfallen. Die Wettkampforganisation lag im Argen: Der Backstage-Bereich war für Fans praktisch frei zugänglich, was dazu führte, daß Athleten nicht nur von „Fans“ beim Umziehen und Duschen fotografiert, sondern auch reihenweise bestohlen wurden. Einige Athleten mußten die Veranstaltungshalle nach dem Wettkampf in der Posinghose bekleidet und barfuß verlassen, da ihre gesamten Habseeligkeiten von „Fans“ offenbar als Souvenir betrachtet und mitgenommen wurden. Star-Status genossen vor allem die ägyptischen Athleten, welche alle samt mit Horden von Betreuern auftraten. Wenn sich ein ägyptischer Athlet – beispielsweise El Shahat Mabrouk oder Anwar El Ammawi – auf den Wettkampf vorbereiteten, dann waren sie stets von duzenden Fotografen und Fans umlagert, im Publikum wurden sie frenetisch von ihren Anhängern angefeuert, El Shahat Mabrouk, den späteren Sieger der Klasse bis 90 kg, feuerten mehrere Schulklassen, die die Ränge füllten mit Anfeuerungsrufen an. Das Publikum verhielt sich extrem undiszipliniert, reservierte Sitzplätze gab es nicht, alle stürmten nach vorne, um den Athleten möglichst nah zu sein. 
Über die Vorgänge hinter der Bühne informiert stürmte einmal sogar der Präsident des ägyptischen Bodybuilding-Verbandes und Vizepräsident der IFBB für Afrika, Dr. Eng. Adel Fahim El Sayed hinter die Bühne und verteilte dort Ohrfeigen, Fausthiebe, Stöße und Fußtritte gegen diverse „Fans“ welche nicht nur den Sicherheitsdienst überrannten, sondern auch von der Tribüne über die Brüstung in den Backstagebereich sprangen. Das „Tohuwabohu“ hinter der Bühne mag auch der Grund dafür gewesen sein, warum es dem arrivierten Athleten und Ex-Mr. Olympiateilnehmer Hamdullah Aykutlug nicht gelang rechtzeitig zum Finale auf der Bühne zu sein. Er stürmte erst mitten während des Pose-downs auf die Bühne – zu spät, als dass seine Leistung noch ordnungsgemäß zu bewerten wäre. 

Peter Mohr zeigte sich von all dem Trubel unbeeindruckt und bereitet sich ruhig und konzentriert auf den Wettkampf vor. In der Klasse Männer bis 80 kg waren 42 Athleten am Start, die meisten von ihnen waren in guter bis sehr guter Form. Peter gelang es in diesem Klassefeld das Semifinale zu erreichen und belegte er schließlich den 15. Platz. Bedenkt man aber, daß die drei Erstplatzierten wegen Dopings nachträglich disqualifiziert werden mußten erhöht sich der Wert seiner Leistung. 

Den Abschluß der Veranstaltung bildete ein Festbankett in einem Wüstenzelt in unmittelbarer Nähe zur Cheops-Pyramide, der den Athleten und Delegierten bei Bauchtanz und Wasserpfeife einen angenehmen Ausklang dieses Wettkampfes bescherte. Insgesamt bildete der historische Rahmen und die gastfreundliche Aufnahme durch unsere ägyptischen Freunde einen sehr positiven Eindruck, selbst der vehemente Einsatz der Fans ist positiv zu würdigen, denn in diesem Land werden die Bodybuilder wie Filmstars verehrt. Besonders hervorzuheben ist die Leistung des ägyptischen Star-Athleten El Shahat Mabrouk. Trotz seiner internationalen und nationalen Bekanntheit (er ist ein bekannter ägyptischer Filmschauspieler) trat er stets bescheiden und kalmierend auf. 

Als er in seiner Klasse als dritter aufgerufen wurde (Anmerkung: in Folge Disqualifikation der vor ihm platzierten wegen Dopings belegte er schließlich den 1. Platz), wollte das Publikum diese Entscheidung der Kampfrichter nicht akzeptieren, doch El Shahat Mabrouk besänftigte das Publikum mit einigen Handbewegungen und forderte es auf den vor ihm Platzierten Athleten zu applaudieren, war es auch tat.
Ganz anders reagierte in der Klasse bis 65 kg der zweitplatzierte Ägypter Anwar El Ammawi: Er war über seinen zweiten Platz höchst verärgert und machte abfällige Handbewegungen in Richtung des Siegers, des Brasilianers Santos. Dies führte dazu, daß der Anwesende ägyptische Sportminister sich nicht nur weigerte El Ammawi zum zweiten Platz zu gratulieren und ihm die Hand zu schütteln, sondern sich auch verbat gemeinsam mit diesem Athleten fotografiert zu werden, so sehr genierte er sich für das äußerst unsportliche Verhalten El Ammawis. 


IV. WM DER JUNIOREN UND SENIOREN ESPINHO/PORTUGAL 08.-10.11.2002.

Espinho liegt etwa 20 km von Porto entfernt und hat sich in den letzten Jahren zu einer Touristenmetropole entwickelt. Die Unterbringung der Athleten und Delegierten erfolgte im Praia Golfe Hotel, einem Viersternhotel, das direkt am Sandstrand von Espinho liegt, die Uferpromenade und der großzügige Sandstrand mit dem Hintergrund einer tosenden Brandung bot eine tolle Kulisse für eindrucksvolle Erinnerungsfotos. Das österreichische Nationalteam bestand aus den Athleten Christian Pickelmann (Tirol), Lukas Lenhart (Niederösterreich), Erwin Rucker (Wien) und den Funktionären Mag. Axel Bauer und Kazimir Glaser. Zwei der österreichischen Athleten waren mit sehr hohen Erwartungen in den Wettkampf gegangen. Christian Pickelmann, Vorjahres Vizeweltmeister, rechnete sich dieses Jahr gute Titelchancen aus, Erwin Rucker, er studiert Betriebswirtschaft an der WU in Wien und absolvierte im Vorjahr das Bundesheer, verfügt über das nötige Selbstbewußtsein in Ansehung seiner Körpergröße und seines Wettkampfgewichtes den Anspruch auf den Titel anzumelden. Wer sollte den 187cm großen und 109 kg schweren Top-Gym Athleten schlagen können? Ganz locker und ohne jeden Leistungsdruck legte der Niederösterreicher Lukas Lenhart sich die Latte des Erfolges nicht zu hoch, für ihn war schon die Teilnahme an der WM ein Erfolg. Der Gänserndorfer wurde vor 4 Monaten Vater und macht derzeit eine Ausbildung zum Gendarmeriebeamten. Nebenbei betätigt er sich auch bei Wrestling-Bewerben. In der Klasse Junioren über 75 kg waren 11 Athleten am Start, Lukas Lenhart erzielte bei seinem ersten Antreten den hervorragenden 7. Platz, Erwin Rucker den für ihn persönlich sehr enttäuschenden, aber durchaus respektablen 6. Platz. Wie konnte das geschehen? Er war doch der massigste, größte und schwerste Athlet. Im Finale kam es zum Eklat: Als Rucker als Sechsplatzierter aufgerufen wurde tobte das Publikum, Erwin fühlte sich unfair beurteilt und bedankte sich beim Publikum mit einigen Posen, was dieses zu Begeisterungsstürmen veranlasste. Daraufhin zeigte Erwin noch ein paar weitere seiner besten Posen und zog sich dadurch, weil er seiner Meinung nach die Siegerehrung störte, den Unmut des Europapräsidenten Dr. Rafael Santonja zu. Dieser bedeutete zunächst dem Leiter der Präsentation, Pavel Fileborn, Rucker Einhalt zu gebieten, was diesem aber nicht gelang. Darüber war Dr. Santonja dann so verärgert, daß er eine Anti-Doping-Kontrolle anordnete. (Anmerkung: obligatorisch werden die drei Erstplatzierten einer Klasse getestet, darüber hinaus kann aber auch jeder andere Athlet fakultativ einer Anti-Doping-Kontrolle unterzogen werden.) Ganz ruhig und konzentriert ging Christian Pickelmann in den Wettkampf, der bald erkennen mußte, daß das Leistungsniveau gegenüber dem Vorjahr neuerlich gestiegen war. Der tschechische Athlet, Petr Boar zeigte eine souveräne Leistung und sicherte sich mit der idealen Platzziffer 10 den Sieg vor dem Ukrainer Valery Lutsak, einem Athleten, den Christian im Vorjahr noch bezwungen hatte, der sich aber dieses Jahr in deutlich besserer Form präsentierte. Den 3. Platz belegte der massige, aber nicht so gut definierte Pole, Andrzej Brzezinski. Beim Fotoshooting mit dem deutschen Nationalteam am Strand vor dem Hotel machte unser Team besonders gute Figur und mußte zahlreiche Autogrammwünsche erfüllen. 

V. MR. OLYMPIA, MS. OLYMPIA, FITNESS OLYMPIA 17.-20.10.2002 LAS VEGAS/NEVADA/USA:

Die glamouröse Spielerstadt und Freizeitmetropole Las Vegas war erneut Austragungsort des diesjährigen Mr. Olympia, Ms. Olympia und Fitness Olympia. Als Veranstaltungsstätte fungierte das Luxushotel Mandalay Bay Resort, welches neben allen Annehmlichkeiten eines Luxushotels auch über eine Veranstaltungshalle mit einem Fassungsvermögen von bis zu 10.000 Zuschauern verfügt. Der Vizepräsident der Profi-Sektion der IFBB, Wayne DeMilia , und sein Team haben ein volles Jahr an harter Arbeit darin investiert diese Veranstaltung perfekt zu organisieren, wie im Jahr davor wurden die Wettkämpfe mit einer „Expo“ kombiniert, bei der verschiedene Sponsoren und Unternehmen der Fitnessbranche ihre Produkte präsentierten. 

Zusätzlich bereichert wurde das „Olympia-Weekend“ durch Veranstaltungen (Seminare, Präsentationen, Schönheitskonkurrenzen) am so genannten „Muscle-Beach“ dem künstlich angelegten Strand am hoteleigenen Pool des Mandalay Bay Hotels. Perfekte Rahmenbedingungen für das Bodybuilding Ereignis des Jahres waren also vorhanden. Viele Fans aus allen Teilen der Welt waren angereist um Zeuge eines denkwürdigen Wettkampfes zu werden. Wird Ronny Coleman seinen Titel verteidigen können? Werden die deutschen Hoffnungen Günter Schlierkamp und Markus Rühl die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen können? Wird Flex Wheeler nach seinem Rücktritt vom Rücktritt diesmal endlich in Top-Form antreten? Wird Juliette Bergmann nach ihrem überraschenden Comeback im Vorjahr den Titel gegen Lenda Murrey eine Athletin, die ex equo mit Corry Everson je 6 Ms. Olympia Titel errungen hat erfolgreich verteidigen können?, wird Susy Curry ihren Titel abermals verteidigen können eine Leistung, die außer ihr noch keine Athletin erbringen konnte? 

Gelegenheit Fragen an die „Olympians“ zu stellen ergab sich zunächst bei der am Donnerstag kurz vor den Vorkämpfen des Ms. Olympia und Fitness-Olympia angesetzten Pressekonferenz, bei der alle Teilnehmer des Mr. Olympia mit Anzug und Krawatte bekleidet und alle Teilnehmerinnen des Ms. Olympia und Fitness Olympia in eleganter Bekleidung den Zuschauern Rede und Antwort standen. 

Der Moderator der Pressekonferenz, Wayne DeMilia , kam dabei gehörig ins Schwitzen, eine Zuschauerin warf ihm vor, daß viel zu wenig für die weiblichen Bodybuilder und Fitnessathletinnen 
getan werde, diesem Vorwurf konterte el presidente mit harten Fakten: Der Mr. Olympia Bewerb finanziere die Ms. Olympia und Fitness Olympia Bewerbe; man könne an den Ticketvorverkäufen und den Anfragen der Sponsoren erkennen, daß das Hauptinteresse dem Mr. Olympia Bewerb gelte daher könne das Preisgeld beim Ms. Olympia und Fitness Olympia Bewerb nicht annähernd die Zahlen beim Mr. Olympia erreichen. Der im Publikum anwesende Shawn Ray beschwerte sich massiv über die Wertungen der Kampfrichter bei den letzten Mr. Olympia Bewerben. 

Man solle Kampfrichter beim Mr. Olympia einteilen, welche vorher noch niemals diesen Bewerb gewertet haben, sonst würden immer die gleichen Resultate herauskommen. Von Juliette Bergmann erfuhr man, daß sie eigentlich mit dem Bodybuilding angefangen habe, um an Gewicht zu verlieren. 
Zu ihrem Comeback im Vorjahr sei sie bewogen worden um Frauen ihres Alters (sie wird 44) zu zeigen, daß man auch in diesem Alter durch den Bodybuilding Lifestyle einen schönen Körper haben kann. 

Mit schweren Schicksalsschlägen hatten Vickie Gates und Darrem Charles während der Wettkampfvorbereitung zu kämpfen. Vickie Gates’ Mutter verstarb 3 Wochen vor der Ms. Olympia, Darrem Charles Mutter wurde 2 Wochen vor dem Mr. Olympia brutal ermordet. Befragt wer seiner Einschätzung nach sein härtester Gegner sein werde gab sich Ronny Coleman diplomatisch: jeder der anwesenden Athleten hätte das Zeug dazu ihn zu schlagen, er hoffe aber, daß er mit Gottes Hilfe den Titel noch einige Jahre verteidigen könne. Er habe sich die Kritik des Vorjahres zu Herzen genommen und sich mit brutaler Intensität auf den Wettkampf vorbereitet. Die als Hitzköpfe bekannten Rivalen Craig Titus und King Kamali stellten ihre in den Medien, insbesondere im Internet, zelebrierte Antipathie als Werbegag dar um zu polarisieren und dadurch den Wettkampf interessanter zu machen. 

Die Pressekonferenz fand beim Publikum großen Anklang sie wurde in der gleichen Veranstaltungshalle wie die Vorkämpfe für Ms. Olympia/Fitness Olympia abgehalten und zog annähernd gleich viele Zuschauer an wie die unmittelbar danach stattfindenden Vorkämpfe zur Ms. Olympia und Fitness Olympia. 

Bei der Organisation des Wettkampfablaufes führte der Zufall Regie. Dieser wollte es zunächst, daß alle Kampfrichter zeitgerecht zum „Judges-Meeting“ zusammenfanden, obwohl dieses nirgends angekündigt war. Wegen der hohen Zahl an Teilnehmern beim Ms. Olympia (25) wurde festgelegt, daß nur die besten 15 für das Finale am Abend zugelassen werden würden, tatsächlich zeigten dann aber alle Olympians in Runde 3 ihr Posing. Es wurde auch eine Sitzordnung für die Kampfrichter festgelegt, welche dann aus Praktikabilitätsgründen nur teilweise eingehalten wurde (das Umsetzen wurde für zu mühsam befunden). Daß die Kampfrichter bei der Vorwahl ihre Wertungen auf den Oberschenkeln (Tische waren keine vorhanden) vornehmen mußten, vor ihnen 6 Reihen Presse-Leute und Fotografen saßen und im Finale zwischen dem Jurytisch und den Athleten eine Distanz von ca. 20 m lag, ist wahrscheinlich auch nicht allgemein bekannt. Um ein möglichst objektives Ergebnis zu erzielen wurden pro Wettkampf 12 Kampfrichter aus verschiedenen Ländern eingesetzt (USA, Kanada, Israel, Italien, Slowakei, Österreich). 

Insgesamt präsentierten sich alle Teilnehmer des Mr. Olympia in sehr guter Form, lediglich 2 Teilnehmer, Don Youngblood und Gustavo Badell zeigten sich in einer nicht Mr. Olympia würdigen Form. Zu den Leistungen der einzelnen Athleten ist Folgendes festzuhalten (Reihenfolge nach Startnummern):

Orville Burke: 
Der Vorjahresfinalist beeindruckte vor allem durch seinen gewaltigen Rücken, in punkto Harmonie und Definition konnte er die Kampfrichter aber nicht überzeugen und belegte schließlich den 9. Platz

Dexter Jackson:
In der Vergangenheit war wiederholt kritisiert worden, daß die gute Harmonie und Symmetrie und das exzellente Conditioning dieses Athleten von den Kampfrichtern viel zu wenig belohnt wird, doch diesmal kam es anders: Dexter präsentierte sich in der gleichen (guten) Form, wie bei seinen zahlreichen Auftritten bei weniger prestigeträchtigen Profi-Veranstaltungen, doch gelang es ihm diesmal mit gleichmäßigen Resultaten in allen vier Wertungsrunden seine Spitzenstellung auch beim Mr. Olympia zu manifestieren. Ästhetische Gesamterscheinung, messerscharfe Definition, winzige Taille sowie besonders beeindruckende Arm- und Schultermuskulatur machten seine einzigen Schwächen – zu wenig voller und breiter Rücken, hohe Waden – vergessen.

Ahmed Haidar:
Einer der attraktivsten Athleten perfekt geformte, voll austrainierte Muskulatur, elegantes Posing geschliffene Präsentation, all dies wurde mit dem Diamanten aus dem Orient mit dem 13. Platz „belohnt“, kein schlechtes Resultat für einen Neoprofi, auch wenn er schon bei einigen Profi- Grand Prix Finalplätze erreichte. Vielleicht muß er ähnlich wie Dexter Jackson eine gewisse Durststrecke zurücklegen, bis seine Qualitäten bei den Kampfrichtern ankommen. 

Kevin Levrone:
Wenn Kevin die Bühne betritt ist Show-Time: Wenn er auf seinen Serratus-Muskeln Gitarre spielt sich selbst auf der überdimensionalen Video-Leinwand, in der jeder Athlet die Ausführung seiner Posen kontrollieren konnte, erkennend mit Begeisterungsrufen (WOW!!!) anfeuert und Aufforderungen zu den Pflichtposen erst im letzten Moment befolgt und statt dessen seine „Trademark-Shots“ anbringt, dann weiß man, daß hier ein Athlet auf der Bühne steht, der sich seiner Wirkung auf das Publikum voll bewußt ist und einen begründeten Anspruch auf den Titel erhebt. Levrone ist einer der ganz großen Athleten, die dafür sorgen, daß Bodybuilding nicht langweilig wird. Bei einem derartigen Showtalent sieht man dann auch darüber hinweg, daß die Oberschenkel und Wadenmuskelentwicklung hinter der vieler anderer Profis zurückfällt, doch der Oberkörper (vor allem Schultern, Trizeps, Brust und Bauch) war voll da und auch in der Doppelbizeps- und Latissimuspose von hinten beeindruckte Kevin sogar seine schärfsten Kritiker. In Runde 3 (Posing) erhielt er 9, in Runde 4 (Pose-down) 7 erste Plätze und konnte in diesen beiden Runden den Titelverteidiger, Ronny Coleman, deutlich distanzieren. In den ersten beiden Runden wirkte sich aber die mangelnde Gesamtharmonie und die schwachen Beine zu seinen Lasten negativ aus, sodaß Kevin seinen Rückstand aus den ersten beiden Runde nicht mehr aufholen konnte. 

King Kamali:
Seine Leistung war für viel enttäuschend, zumal er ja dafür bekannt ist sein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. Weder von der Muskelmasse noch von der Definition her hatte er Chancen auf eine Top Ten Platzierung, großartig war aber sein Posing, wo er Kreativität und Variantenreichtum zeigte. Das Publikum dankte es ihm mit einem tosenden Applaus. 

Markus Rühl:
Markus war zweifellos der gewaltigste Athlet: immens breite Schultern, tiefe, tiefe, Brust, ein Latissimus breit wie ein Scheunentor, wenn er den Bizeps anspannt, glaubt man, dieser durchstößt die Haut. Die neben ihm im Line up stehenden Athleten sahen wie Fitnesssportler aus. Zwar ließ seine Definition etwas zu wünschen übrig, doch erscheint es völlig unverständlich, daß ein Kampfrichter ihn in der ersten Runde auf dem 20. Platz (!!!) sah (Anmerkung: die meisten Kampfrichter hatten ihn in dieser Runde zwischen Platz 7 und Platz 10).

Tommi Thorvildsen:
Sympathisches Auftreten, Salto Rückwärts beim Posing, Querstreifen im Gluteus Maximus, muskulär sonst nichts erwähnenswertes vorhanden er verfehlte die Top 15 deutlich. 

Lee Priest:
Seine Ober- und Unterarmentwicklung zählt zu den sensationellsten im Bodybuilding. Abgesehen davon zeigte er diesmal eine sehr gute Definition, sodaß er verdient einen Finalplatz erzielte. Ein Harmoniewunder war er ja noch nie, aber damit hat man sich bei den Kampfrichtern offenbar abgefunden. 

Francisco Bautista:
Ein Athlet mit so vielen strukturellen Nachteilen wie „Paco“ muß dies durch extreme Definition und Muskulosität wettmachen. Zwar zeigte Paco extreme Muskulosität und Definition, diese konnten seine Harmonie- und Symmetriedefizite aber nicht wettmachen, zu dem litt er am Bitch-Tits-Syndrom. Gerüchte über Ölinjektionen in seinen Schultern dürften auch nicht gerade zu einer Verbesserung seiner Platzierung geführt haben. Er zeigte Buckeln und Beulen, die in keinem Anatomiebuch als Muskeln anerkannt werden. 

Ronnie Coleman:
Nach der von vielen Experten als schwach kritisierten Vorjahresform zeigte der vierfache Titelträger nach leichten Unsicherheiten in Runde 1 eine solide Leistung, ohne daß ihm eine Steigerung gegenüber seiner bisherigen Bestform gelang. Größter Schwachpunkt ist nach wie vor seine Mittelpartie (Blähbauch), Ronnie zählt auch nicht gerade zu den symmetrischsten und harmonischsten Athleten, doch sobald er sich umdreht und seine Rücken – und Gluteusmuskeln präsentiert (Doppelbizeps von hinten) schienen letzte Zweifel (der Kampfrichter) an einer erfolgreichen Titelverteidigung beseitigt, die Juroren belohnten seine extreme Muskulosität und Definition in den Runden 1 und 2 durchgehend mit 1. Plätzen, ärgere Schnitzer passierten Ronnie allerdings bei seiner Posingkür, bei der ein missglückter Versuch einen lehrbuchmäßigen Spagat zu präsentieren beinahe damit endete, daß er auf sein Gesicht fiel, kaum hatte er sich stabilisiert um zu einer Doppelbizepspose im Spagat anzusetzen drohte er rücklings das Gleichgewicht zu verlieren, sodaß die Posingrunde mit 5 zu 11 Punkten ganz klar an seinen zu diesem Zeitpunkt schärfsten Rivalen, Kevin Levrone, ging. Irgendwie gewann man den Eindruck, das Publikum hatte sich an Coleman satt gesehen. Sein teilweise übertrieben selbstbewusstes Auftreten wurde von einem Teil der Zuschauer mit Pfiffen und Buhrufen quittiert. 

Darrem Charles:
Dieser ästhetische, harmonische Athlet vermochte die Kampfrichter von seinen Qualitäten nicht zu überzeugen und landete außerhalb der Top 15.

Claude Groulx:
Er zählt zu den am besten definierten Athleten und zeigte ein engagiertes Posing, strukturelle Schwächen verhinderten bei diesem starken Teilnehmerfeld eine Platzierung unter den Top 15. 

Chris Cormier;
Chris war nicht besser und schlechter in Form als bei seinen letzten Mr. Olympia Auftritten, gegenüber Coleman fehlte es ihm an Wucht und Definition, gegenüber Levrone an Charisma und Showmanship. Je länger der Wettkampf dauerte, desto mehr ging ihm die Luft aus. Sein guter Name verhinderte eine schlechtere Platzierung. 

Jaroslav Horvath:
Der Newcomer hatte bei diesem Klassefeld keine Chance und landete im hintersten Drittel.

Dennis James:
Für viele Fans zeigte Dennis eine enttäuschende Leistung. Er präsentierte zwar einen massiven, wuchtigen Oberkörper mit riesigen Brust-, Schulter- und Oberarmmuskeln und einem extren breiten Rücken, man vermißte aber die bei diesem Leistungsstandard notwendigen tiefen Muskeleinschnitte. Die Disharmonie zwischen Oberkörper und Beinen tat ihr übriges, sodaß Dennis ohne Finalchance auf dem für ihn enttäuschenden 10. Platz landete. 

Robert (Bob) Cicherillo:
Dieser groß gewachsene, gutaussehende sich blendend artikulierende und in den USA äußerst beliebte Athlet scheiterte bei seinem ersten Antreten beim Mr. Olympia an dem extrem hohen Leistungsniveau, welches dazu führte, daß er keine Chance auf einen Platz unter den Top 15 hatte. 

Georg Farah:
Der vor ca. 2 Jahren bei einem Schussattentat (Raubüberfall) schwer Verletzte zeigte in Ansehung dieses Schicksals eine starke Leistung, für einen vorderen Platz reichte es hier aber doch nicht aus. 

Nasser El Sonbaty:
Nasser präsentierte sich in sehr guter Form, so lange man ihn nur von Vorne oder von der Seite betrachtete: Breite, volle Schultern, massive Brustmuskeln, respektable Bizeps und Trizeps Entwicklung, massive und gut definierte Waden. Sobald er sich jedoch umdrehte war es um ihn geschehen: weder in der Doppelbizepspose von hinten, noch in der Latisimuspose von hinten fanden die Kampfrichter was sie suchten wie ein Segel in den Flaute hing da herab was sich wie ein Gebirgsrelief erheben sollte, der arrivierte Athlet findet offenbar kein Mittel um seine Rückenschwäche auszumerzen. Platz 15 für Nasser.

Art Atwood:
Für einen so großen und so schweren Mann wie Art zeigte er eine sensationelle Muskulosität und Definition, er wirkte aber etwas verbaut und konnte seine Harmonie- und Symmetriedefizite durch extreme Härte nicht ausgleichen. Der 12. Platz ist für die erste Mr. Olympiateilnahme aber ein äußerst respektables Ergebnis. 

Craig Titus:
Hatte erstmals im persönlichen Duell mit King Kamali die Nase vorne und zeigte gegenüber dem Vorjahr eine deutlich verbesserte Beinentwicklung, zu dem dürfte er als Lokalmatador (er wohnt in Las Vegas) einen Bonus bei den Kampfrichtern gehabt haben.

Günter Schlierkamp:
Günters fabelhafte Leistung war die Sensation der Veranstaltung. Wurde er in der ersten Runde von den Kampfrichtern wegen angeblich mangelnder Harmonie und Symmetrie mit Platzierungen im hinteren Mittelfeld bedacht (2 Kampfrichter hatten ihn auf dem 14., 3 Kampfrichter auf dem 13. Platz) steigerte sich Günter von Runde zu Runde derart fulminant, daß man auf den Wettkampf zurückblickend nicht verstehen kann, wie für eine derartig erstklassige Leistung, wie sie Günter bot, nur ein 5. Platz herausschauen konnte. Günter ist vom Scheitel bis zur Sohle ein perfekter Gentleman. Bei ihm gibt es keine Muskelpartie, welche nicht an Muskelgröße und Muskelschärfe perfekt ausgeprägt war, man kann sich kaum mehr vorstellen, wo hier noch eine Verbesserung möglich sein kann. Zum Nachteil gereichte ihm bei den Kampfrichtern wohl nur die Tatsache, daß er sich bei vergangenen Mr. Olympia Wettkämpfen nicht unter den Top 3 platzieren konnte und nicht diese von den Kampfrichtern als schön empfundene Linie aufweist, wie sie bei kleineren und leichteren Athleten (etwa Dexter Jackson oder Shawn Ray) vorhanden ist. Misst man seine Harmonie und Symmetrie an jener des Champions (Coleman), vermag man nicht zu erkennen, in wie weit dieser Günter überlegen sein kann. Bei Günter stimmte einfach alles: Souveräne, sympathische Ausstrahlung, perfekte Präsentation und extreme Muskulosität und Definition, die man sonst noch bei keinem Athleten seiner Größe und seines Gewichtes je gesehen hatte. Nach seinem Posing stand für das Publikum jedenfalls fest, daß nur Günter Schlierkampf Mr. Olympia 2002 werden konnte. 

Flex Wheeler:
Flex präsentierte eine Juniorenversion des Flex Wheeler 1998/1999. Deutlich leichter und schmaler als gewohnt und von hinten betrachtet im Gluteus - und Beinbizepsbereich auch definierter als bei seinem letzten Antreten konnte ihm seine nach wie vor beeindruckende Symmetrie und Harmonie keinen Finalplatz sichern. 

Gustavo Badell:
Befand sich nicht in Mr. Olympia-würdiger Form und hatte daher keine Chance. 

Don Youngblood:
Der Master’s Olympia 2002 Sieger war ebenfalls nicht in Form und konnte mit dem Top – Athleten nicht mithalten. 

Ernie Taylor:
Die nicht enden wollenden Gerüchte um seine unwirkliche Trizepsentwicklung sind ja bereits allgemein bekannt, diesmal entstand zusätzlich der Eindruck, seine Oberschenkelmuskeln wären mit Öl aufgefüllt worden. Ernie beteuerte durch hartes Training hätte sich in seinen Trizepsmuskeln Narbengewebe gebildet, dem Problem werde in naher Zukunft durch einen chirurgischen Eingriff abgeholfen. Platz 14. für Mr. Trizeps. 


Das Posedown:
Das Publikum stand zu fast 100 % hinter Günter Schlierkamp und feuerte diesen mit frenetischem Applaus an. Alle Finalisten kämpften Schulter an Schulter mit letztem Einsatz darum die Kampfrichter von ihren Qualitäten zu überzeugen, einem entfesselten Kevin Levrone gelang es wie schon in der dritten Runde dem regierenden Champion die Show zu stehlen, sodaß Ronnie Coleman um seinen Titel noch zittern mußte. Für das Publikum ging der sich auf den Punktezetteln abzeichnende Zweikampf um den Sieg zwischen Ronnie Coleman und Kevin Levrone unter, denn für sie stand fest, daß nur Günter Schlierkamp Mr. Olympia 2002 werden konnte. 

Die Siegerehrung: 
Die Plätze 10-6 wurden vom Publikum teils mit vereinzelten Pfiffen und Buhrufen als mehr oder weniger aktzeptabel zur Kenntnis genommen. Doch was sich nach Bekanntgabe des Fünftplazierten, Günter Schlierkamp abspielte, stimmte viele nachdenklich und traurig: wütenden Buhrufen und dem Pfeifkonzert des von den Sitzen aufgesprungenen Publikums wurde erst dadurch ein Ende bereitet, daß Günter, ganz Gentleman im Stile eines echten Klassemannes zum Rednerpult ging, das Mikrofon ergriff und sich artig beim Publikum bedankte und darauf hinwies, daß seine Platzierung für ihn unbedeutend sei, und sich mit einem „you made my day“ vom Publikum verabschiedete. Danach verlies das Publikum in Scharen die Halle, sodaß sich der Titelverteidiger und neue Champion, Ronnie Coleman, bei seiner Siegesansprache nur mehr einem kleinen Teil des verbliebenen Publikums gegenüber sah. So endete ein fast schon traditionell kontroversieller Mr. Olympia 2002, bei dem es die Kampfrichter dem Publikum wieder einmal nicht recht machen konnten. Einen bitteren Nachgeschmack brachte die Analyse der Wertungen der Kampfrichter: zwei unmittelbar nebeneinander sitzende Kampfrichter hatten in allen vier Wertungsrunden fast identische Ergebnisse (Runden 2-4 100 %ige Übereinstimmung, Runde 1 Übereinstimmung bis auf zwei Wertungen) einer dieser Kampfrichter vergab in Runde 1 zweimal die Platzziffer 16. Vom head judge blieb dies während des Wettkampfes unbeachtet. Wer hat hier von wem abgeschrieben? Oder hat man sich etwa gar abgesprochen?

Es entstand eben der Eindruck, daß sich das Publikum am bisher da Gewesenen, wenn auch Spektakulären, satt gesehen hatte und sich einen neuen Champion wünschte. Sollte Ronnie Coleman nächstes Jahr wieder antreten, ist er doppelt gewarnt: Zu einer neuerlichen Titelverteidigung wird es mehr bedürfen als bereits gezeigte Leistungen zu wiederholen und andere Titelaspiranten werden davon ausgehen müssen, daß Günter Schlierkamp nächstes Jahr zu den heißesten Favoriten zu zählen sein wird. 


Ms. Olympia:

Schon der „Publikumsandrang“ zeigte, daß das Interesse an dieser Veranstaltung weit hinter jenem am Mr. Olympia lag, die Ränge waren mit max. 1.200 Zuschauern „gefüllt“. Frauen Profibodybuilding manifestiert sich als „Freak-Sport“. Gemessen an den Leistungskriterien des Männerbodybuilding (Muskelmasse, Muskelhärte, Definition, Symmetrie, Harmonie) ließen die Bodybuilderinnen keine Wünsche offen: So hart, muskulös und definiert, wie etwa Iris Kyle oder Lenda Murray ist kaum einer der männlichen Olympians, doch soll so ein idealer Frauenkörper aussehen? Lenda Murray gelang der historische Triumph über Juliette Bergmann im Stechen um den Gesamtsieg, mit dem sie sich ihren 7. Ms. Olympia Titel sicherte. Doch der Trend den sie vorgibt (extreme Muskelmasse, Muskulosität und Definition) scheint der Garant für die Fortsetzung des langsamen Todes dieser Sportart zu sein. Die österreichische Hoffnung, Susanne Niederhauser, konnte sich zwar in der Leichtgewichtsklasse des Ms. Olympia mit ihren fließenden Linien, perfekter Symmetrie und Harmonie sowie sehr guter Definition exzellent in Szene setzen, doch verglichen mit ihren Konkurrentinnen fehlt es ihr an der heute geforderten extremen Muskelmasse. So blieb ihr der siebente und letzte Platz in ihrer Klasse, den eigentlich nicht sie, sondern die Ms. Olympia-Veteranin, Laura Cravalle, verdient hätte, die ihre Bestform weit verfehlte. 

Fitness Olympia:

Auch diesem Wettkampf fehlte das Überraschungsmoment: Susie Curry vor Kelly Ryan und Jenny Worth war ein Deja vue, optisch gefällig präsentierten sich Christine Bergeron, Anna Level und Stacy Hylton. Keine der präsentierten Küren war perfekt. Die Siegerin, Susie Curry, zeigte einen von den Anstrengungen der Wettkampfvorbereitung gemarterten, ausgezehrten, extrem definierten Körper. Man muß sich fragen, wie lange es im Fitnesssport noch dauern wird, bis auch dort die Zielvorstellung eines idealen Frauenkörpers den allgemeinen Publikumsgeschmack so weit verfehlt, daß man sich von diesem Sport abwendet. Sponsoren für Fitnessbewerbe sind auch in den USA immer schwerer zu finden. Jedenfalls muß der Muskulosität und Definition im Fitnesssport Einhalt geboten werden damit nicht auch diesem Sport ein ähnliches Schicksal wie dem Frauenbodybuilding winkt. Nächstes Jahr wird es bereits einen Body-Fitness Ms. Olympia geben, einen Wettkampf also, bei der die Athletinnen keine Kür zeigen müssen, sondern sich nur in Bikini und Badeanzug präsentieren. Wie man hier die Abgrenzung zu einer reinen Schönheitskonkurrenz vornimmt ist keine einfach zu beantwortende Frage, Erfolge derartiger Veranstaltungen in den USA aber auch zuletzt bei der Amateur WM in Brno haben immerhin gezeigt, daß diese neue Klasse von den Athletinnen und dem Publikum gut angenommen wird. 

 


VI. IFBB KONGRESS 2002 KAIRO/ÄGYPTEN:

Folgende Beschlüsse wurden vom Exekutivkomitee (Executive Council) der IFBB gefasst: 

1. 
Ab 01.01.2003 wird bei Weltmeisterschaften der Herren eine neue Klasse Männer bis 85 kg    eingeführt. Es gibt daher ab diesem Zeitpunkt folgende Klassen bei Amateurbewerben (WM, EM) der Männer: bis 65 kg, bis 70 kg, bis 75 kg, bis 80 kg, bis 85 kg, bis 90 kg, über 90 kg 

2.
 Ab 01.01.2003 gibt es keinen Random-Dopingtest mehr. Dessen ungeachtet kann das medizinische Komitee der IFBB jederzeit Anti-Dopingkontrollen (auch außerhalb des Wettkampfes) durchführen.

3. 
Ab 01.01.2003 gibt es obligatorische Anti-Doping-Kontrollen für die Top 5 Finalisten bei Amateurbewerben der Männer (WM, EM), der Top 4 bei den Frauen (EM, WM) und der Top 3 bei den Junioren (EM, WM).

4. 
Ab 01.01.2003 steigen nur mehr die Top 5 des Semifinales in das Finale auf (EM, WM).

5.
Ab 01.01.2003 ändern sich die Klasseneinteilungen wie folgt: 
Bei den Meisterschaften der Junioren gibt es nur mehr Gewichtsklassen der männlichen Junioren bis 75 kg und der männlichen Junioren über 75 kg, bei der Kategorie weibliche Junioren gibt es nur mehr eine Klasse. In dieser sind maximal 2 Athletinnen pro Nation startberechtigt. Bei den Senioren Männern gibt es nach wie vor 2 Klassen in der Altersklasse 40-49 Jahre und zwar bis 80 kg und über 80 kg, sowie eine Klasse für Senioren 50 Jahre und älter. Bei den Damen Fitness Kategorien gibt es nur mehr 2 Fitnesskategorien (bis 167 cm und über 167 cm), in diesen beiden Klassen sind maximal 3 Athletinnen pro Nation startberechtigt. Daneben gibt es eine offene Bodyfitnessklasse in der zwei Athletinnen pro Land startberechtigt sind. 

6. 
Anlässlich der EM der Männer 2003 in St. Petersburg wird ein Mix-Pairs-Cup ausgetragen.

7. 
Ab 01.01.2003 werden die Kampfrichtergremien zwischen Semifinale und Finale ausgetauscht, das bedeutet, daß das Semifinale von seinem gänzlich anderen Kampfrichtergremium als das Finale der jeweiligen Klasse gewertet wird. Dadurch sollen die Athleten einerseits angespornt werden ihre Leistung im Finale zu verbessern, andererseits sollen auch Absprachen zwischen Kampfrichtern verhindert werden.
 
8. 
Ab 01.01.2003 wird die Frauen-Body-Fitness-Klasse als eigene Disziplin der IFBB eingeführt, sie wird auch Bestandteil der WM sein. 

9. 
Ab 01.01.2003 werden die Kampfrichtergremium bei EM und WM aus 15 Kampfrichtern bestehen (die drei besten und die drei schlechtesten Wertungen werden gestrichen, neun Wertungen verbleiben in der Wertung).

Diese Beschlüsse werden von der IFBB noch gesondert schriftlich ausgefertigt und im Rahmen des IFBB – congress-reports veröffentlicht, die in diesem Rundschreiben erfolgte Bekanntmachung hat vorläufigen Charakter und dient nur der Vorausinformation. 

VII. Terminkalender 2003:

 

Bezeichnung der

Meisterschaft

Ort

Datum

Amateur Championships 2003

 

Women and Junior European Championships

Brno oder Prag/Tschechien

05.-06. April 2003

European Men’s Championships

St. Petersburg, Russland

02.-05. Mai 2003

European Women’s Bodybuilding Fitness and Body Fitness Championships

Istanbul, Türkei

23.-25. Mai 2003

World Juniors & Masters Championships

 

 

World Women’s Bodybuilding Fitness and Body Fitness Championships

 

 

World Men’s Championships

Mumbai, Indien

16.-20. Oktober 2003

Professional Championships 2003

 

Arnold Classic

Columbus, Ohio

01. März 2003

Mr. Ms. Fitness Olympia (Mandalay Bay Hotel)

Las Vegas , Nevada

22.-26. Oktober 2003

Night of Champions

New York City

17.Mai 2003

Amateur Championships 2004

World Men’s Championships

Russland

 

 


mit sportlichen Grüßen

Mag. Axel Bauer                                                                Günther Schulz

Präsident, m.p.                                                                  Schriftführer e.h


 

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