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Jedes Jahr ziehen die sportlichen Wettkämpfe im Rahmen
des Arnold’s Classic und der Arnold Expo eine riesige Anzahl von
enthusiastischen Bodybuilding und Fitness Fans an, zu den sportlichen
Bewerben zählen neben dem 16. Arnold
Schwarzenegger Classic, Miss International, Fitness International und
Figure International der Arnold Strongest Man Contest, die
Arm-Wrestling-Challenge, Bench-Press-Challenge, 5 K Pump and Run Arnold,
Olympic Weightlifting Championships und vieles mehr.
Am Arnold’s Fitness-Weekend 2004 nahmen 11.000 Athleten
und ca. 80.000 Zuschauer teil. Die Arnold’s Expo umfasste sage und
schreibe 600 Stände an denen sich die Zuschauer am gebotenen delektieren
konnten. Neben zahlreichen amerikanischen Athleten konnte man am Stand
der Firma Ultimate Nutrition, Österreich’s aktuelle Hoffnung im
Schwergewichtsbodybuilding, den Steirer Jörg Kapfer, treffen, der
gemeinsam mit seinem Sponsor Danny Hölzl eine Promotiontour in den USA
absolvierte.
Wirklich stattlich war auch die Siegerprämie für den
Gewinner des Arnold’s Classic 2004. Neben dem üblichen Geldpreis erhielt
der Sieger einen Audemars Piguet T 3 Royal Oak Chronographen im Wert von
USD 20.000 sowie einen Hummer, ein in den USA beliebtes, luxuriöses
Geländefahrzeug. Das Teilnehmerfeld des Arnold’s Classic 2004 umfasste
renommierte Athleten wie Jay Cutler, Chris Cormier, Dexter Jackson,
Markus Rühl und Günther Schlierkamp, Österreich’s Hoffnungen lagen in
dem Wiener Mustafa Mohammad, der zuletzt beim Amsterdam Pro-Cup 2003 mit
einem dritten Platz und der Qualifikation zum Mister Olympia 2004 für
Furore gesorgt hatte.
Das Kampfrichtergremium wurde von den USA dominiert. 10
Kampfrichter aus den USA standen 2 Europäer, Juliette Bergmann und Axel
Bauer, der Israeli Asher Frig und die Australierin Bev Francis
„gegenüber“, wobei Bev Francis aber als Amerikanerin zu handeln ist.
Dass die amerikanischen Athletinnen und Athleten bei diesem Wettkampf
sozusagen „Heimvorteil“ hatten, braucht nicht besonders erwähnt zu
werden.
Von den Top-Favoriten befanden sich Dexter Jackson und
Chris Cormier in guter Form. Chris Cormier war wuchtig, harmonisch und
wohl proportioniert, doch bei der Definition fehlte der letzte Schliff.
Dexter Jackson präsentierte sich wie gewohnt in sehr guter Form und
zeigte auch ein auf die Musik gut abgestimmtes Posing. Die Enttäuschung
lieferte der Amerikaner Jay Cutler, dessen Form zuletzt immer schlechter
wurde. Von seiner bisherigen Bestform beim Mr. Olympia 2001 war er weit
entfernt. Vor allem im Bereich Muskelmasse enttäuschte der Amerikaner,
erstmals wirkten seine sonst so gigantischen Oberschenkel, ob zwar
bestens definiert, geradezu dünn. Auffallend schwach war auch sein
rechter Bizeps, tiefe Einschnitte im Rücken suchte man ebenfalls
vergeblich. Auf der Bühne stand eine stromlinienförmigere Variante des
sonst so wuchtigen Cutler mit ausgezeichneten Serratus- und geraden
Bauchmuskeln sowie insgesamt neben Dexter Jackson und Gustavo Badell die
beste Definition. Gegenüber seinem Hauptkonkurrenten Chris Cormier
verlor Cutler mit Fortdauer des Wettkampfes an Boden, am Ende trennte
die beiden gerade einmal ein einziger Punkt. Relativ gleichmäßig
bewertet wurde Dexter Jackson, welcher den dritten Platz belegte. Für
mich überraschend war, dass er gerade beim Posing schlechter als in den
übrigen Runden bewertet wurde. In guter Form befanden sich auch
Deutschland’s Vertreter Günther Schlierkamp und Markus Rühl. Der
Letztgenannte machte auf mich einen stärkeren Eindruck, seine
gigantischen Proportionen waren diesmal auch ansprechend definiert,
Schlierkamp erreichte seine bisherige Bestform vom Mr. Olympia 2002 bzw.
GNC-Pro-Cup 2002 nicht. Wenn er seine Topform verfehlt, fallen seine
Schwächen deutlicher in die Augen und wird er gegenüber harmonischeren
Athleten wie Chris Cormier und Dexter Jackson von den amerikanischen
Kampfrichtern schlechter bewertet. Sehr zum Ärger von Albert Buseck
wurden weder Schlierkamp noch Rühl in Runde 2 mit den Topathleten
verglichen. Stark unterbewertet wurden aus meiner Sicht die Athleten
Gustavo Bardell und Mustafa Mohammad. Für mich unbegreiflich ist, wie
gegenüber diesen beiden hervorragenden Athleten es ein Durchschnittstyp
wie Craig Titus – nach Runde 1 sogar vor Markus Rühl auf dem 5. Platz –
in das Finale schaffen kann. Gustavo Bardell war aus jedem Blickwinkel
eine perfekte Kombination aus Harmonie, Symmetrie, Definition und
Muskelmasse, welche er auch entsprechend selbstsicher zu präsentieren
vermochte. Österreich’s Hoffnung, Mustafa Mohammad, präsentierte sich in
der bisherigen Bestform seines Lebens. Gewaltige Oberarme, stark
verbesserte Deltoid-Muskeln, Trademark Sixpack sowie die wuchtigsten und
auch entsprechend definierten Oberschenkeln (Jay Cutlers Oberschenkel
wirkten dagegen wie die eines Zehnkämpfers) reichten gerade einmal für
den 12. und damit vorletzten Platz. Wenn man Mustafa etwas vorwerfen
kann, dann ist dies die unzureichende Bräunung die seine Qualitäten
verwischt. In Zukunft muss er dafür sorgen, dass seine Hauttönung
deutlich (!!!) dünkler ist. Genetisch weit weniger begabte Athleten wie
King Kamali und Bob Cicherillo, die noch dazu beide nicht in absoluter
Topform waren, wurden unserem Mustafa vorgezogen. Eine Posing-Show der
Sonderklasse lieferte King Kamali, welcher dafür den Best Posing - Award
in Höhe von USD 10.000,00 erhielt.
Beim Miss International sah man in beiden
Gewichtsklassen hervorragende Leistungen: Gegenüber dem Miss Olympia
2002 stark verbessert und mit einem fantastischen Posing präsentierte
sich Sophie Duquette, konnte aber der Kandadierin Dayana Cadeau trotzdem
nicht das Wasser reichen. In der Schwergewichtsklasse überzeugte Iris
Kyle mit ihrer bereits legendären Kombination aus Muskelmasse, Harmonie
und Definition und sicherte sich völlig verdient nicht nur den Sieg in
der Schwergewichtsklasse, sondern auch den Gesamtsieg. In der
Fitnessklasse (Fitness International) überzeugte Adela Garcia –
Friedmansky, die vor allem in den Körperbewertungsrunden einen starken
Eindruck hinterließ, die Kampfrichter, Kelly Ryan musste wieder einmal
mit dem zweiten Platz – trotz bester Kür – vorlieb nehmen. Ebenfalls
starke Leistungen boten Julia Palmer und Stacy Simons, die Letztgenannte
steht aber nicht in der Gunst der amerikanischen Kampfrichter und wird –
für mich völlig unverständlich – in Amerika immer herunter gewertet.
Im Figure International zeichnete sich ein spannender
Dreikampf zwischen Jenny Lynn, Monica Brant und Fitness Olympia
Gewinnerin 2001 – 2003, Susan Curry, ab. Die jung vermählte Jenny Lynn
wurde in beiden Wertungsrunden von den Kampfrichtern durchgehend auf
Platz 1 gesetzt, Monica Brant verdrängte Susan Curry auf den dritten
Platz. Eine sehr gute Leistung brachte auch die Amerikanerin Amber
Littlejohn aus San Francisco, welche trotzdem nur den 10. Platz belegte.
Insgesamt betrachtet war der Arnold’s Classic 2004
sicherlich einer der best organisierten Sportwettkämpfe, die ich je
besucht habe. Der Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger,
ließ es sich auch dieses Jahr nicht nehmen, sein übliches Programm
herunterzuspulen und sich beispielsweise stundenlang für Fan-Fotos zur
Verfügung stellte. Außerdem nahm er alle Siegerehrungen bei den
Bodybuilding und Fitnessbewerben persönlich vor und hielt im Finale eine
beeindruckende Rede. Bill Pearl erhielt einen Life-Time Achievemnt Award.
Unter den Top-Celebrities die beim Arnold’s Classic zu Gast waren befand
sich auch Silvester Stallone, der eine eigene Produktlinie von
Nahrungmittelergänzungsprodukten auf der Expo präsentierte.
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